Krisenjahre zu Investitionen genutzt
STOPA Anlagenbau startet mit zukunftsweisenden Investitionen durch
Achern-Gamshurst (emg). Die Firma STOPA Anlagenbau in Gamshurst startet nach einer schweren Zeit neu durch. „Wir haben wieder Vollbeschäftigung und mussten bereits die ersten Überstunden machen“, kann Produktionsleiter Harald Esch bekannt geben. In der Wirtschaftskrise 2009 und 2010, in der wenig Aufträge eingingen und das Unternehmen die Zahl der Mitarbeiter um rund 15 Prozent reduzieren musste, entschloss sich die Geschäftsleitung zu zukunftsweisenden Investitionen, darunter ein großer Schweißroboter.
Er ist gut zehn Meter breit und 3,50 Meter hoch, hat zwei orangefarbene Arme und kann sieben Meter Schweißnähte an einer Stahlpalette in weniger als 10 Minuten anbringen. Der erste Roboter bei STOPA soll ab Mitte des Jahres bisher zugekaufte Fremdleistungen ersetzen, also „Insourcing statt Outsourcing“, erklärt Prozessingenieur Harald Esch. Mit Hilfe automatisierter Abläufe könne man die Arbeit rentabel zurück ins eigene Unternehmen holen.
Im Februar wurde der Roboter nach mehrmonatiger Fertigungszeit genau nach den Bedürfnissen des Gamshurster Anlagenbauers geliefert. Eine Woche brauchten die Mitarbeiter der Herstellerfirma SMT-Systeme aus dem niedersächsischen Syke für den Aufbau, zwei weitere Wochen dauerten die Schulungen für zwei Mitarbeiter und den zuständigen Meister des Schweißsegmentes. Jetzt ist Manuel Meyer aus Gamshurst mit der Programmierung des Riesenroboters beschäftigt.
Auf einer handlichen Tastatur gibt der 22-jährige Zerspanungstechniker und Schweißer der imposanten Maschine die nötigen Befehle. Er legt fest, was sie in Zukunft an 250 Arbeitstagen im Jahr tun soll. Es sind viele Schweißnähte, die die Vierkantrohre und die aus Stahlblech im eigenen Haus gefertigten Laserkantteile verbinden. 24 Teile pro Schicht soll der neue Roboter fertigen und so seine Investitionskosten von rund 400 000 Euro wieder reinholen.
„Er kann Werkstücke bis zu sechs Metern Länge schweißen. Man wird damit also verschiedene Produkte herstellen und Teile bearbeiten können“, erklärt Harald Esch. Nachdem die Kurzarbeit bei STOPA seit März beendet ist, konnten schon zwei neue Mitarbeiter eingestellt werden. Durch die Anschaffung des Schweißroboters werde auch in dieser Abteilung ein neuer Arbeitsplatz entstehen. Die große Lösung mit dem Bau einer ganzen Fertigungsstraße habe man bewusst noch nicht umgesetzt.
Schon gut eingearbeitet ist das neue Bohrwerk, das für knapp eine Million Euro angeschafft wurde. Es ersetzt eine ältere Maschine und kann mehr als doppelt so schnell und dabei genauer Stahlteile fräsen, bohren und drehen. „Damit können wir neue Kunden im Maschinen-Stahlbau-Sektor ansprechen“, so Andreas Menneken, der neue Marketing-Manager des Unternehmens.
Erst durch die Wirtschaftskrise wurde es überhaupt möglich, das alte Bohrwerk durch ein neues zu ersetzen. „Wir mussten vier Monate auf die Maschine verzichten“, so Produktionsleiter Harald Esch. Von September bis Januar habe der Aufbau gedauert. Inzwischen können wieder bis zu 9,50 Meter lange Maschinenteile bearbeitet werden – genau rechtzeitig für den beginnenden Aufschwung. Eschs Bilanz: „Wir haben die beiden Krisenjahre mit schwarzen Zahlen überstanden. Das heißt, wir haben richtig reagiert, um nicht die Existenz des Unternehmens zu gefährden.“
Hintergrund:
STOPA Anlagenbau GmbH & Co. KG
Die Firma STOPA in Gamshurst hat aktuell 173 Mitarbeiter. 2008 waren es noch 200. Die Zahl der Auszubildenden ist mit 23 stabil geblieben. Jeder Azubi konnte nach Angaben des Unternehmens auch in den letzten beiden Krisenjahren für mindestens ein Jahr weiterbeschäftigt werden.
Hauptgeschäftsfeld ist die Fertigung von Lagersystemen für Bleche und Langgut. Der Bereich Maschinen- und Stahlbau umfasst die mechanische Fertigung und das Schweißen von einzelnen Maschinenteilen im Auftrag anderer Unternehmen. In diesem Bereich wird ein höherer Anteil an Montagearbeiten angestrebt. Außerdem soll der Bereich automatische Parksysteme unter dem Namen Stolzer (www.stolzer.com) weiter wachsen.
Bildergalerie:
(Text und Fotos: Michaela Gabriel)











